Zwölf unentbehrliche Tips für bessere Hundefotos

In meiner Arbeit als professionelle Hundefotografin werde ich immer wieder nach Tipps für bessere Hundefotos gefragt. Hier also eine Sammlung an bewährten Methoden, mit denen du deinen Hund sicher auch bald besser fotografieren wirst:

1. Fokussiere auf die Augen

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Die Augen sind bei Menschen- wie Tierportraits der Teil im Bild, von dem wir uns am meisten angezogen fühlen. An den Augen lesen wir die Stimmung und die Persönlichkeit des “Models” ab. Sie sollten daher auf jeden Fall scharf sein.

2. Begib dich auf Augenhöhe

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Erlebe die Welt aus der Perspektive des Hundes, indem du in die Knie gehst bzw. dich auf den Bauch legst. So fühlt sich der Betrachter später automatisch als Teil deines Bildes.

3. Gewöhne ihn an die Kamera

Nicht jeder Hund ist sofort begeistert davon, wenn du ihm einen schwarzen Kasten mit einem riesigen Auge (und nichts anderes ist die Linse für den Hund) vors Gesicht hältst. Je nach Charakter will der Hund also in seinem eigenen Tempo ans Model-Dasein herangeführt werden, wobei viel Belohnung auf jeden Fall hilft :-)

4. Geh auf seine Persönlichkeit ein

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Authentische Hundebilder entstehen dann, wenn der Hund auch vor der Kamera ganz er selbst sein darf. Jeder Hund hat bestimmte Stärken und andere Dinge, die er nicht so gern macht. Baue also seine Lieblingsspiele und -Leckerlis in das Fotoshooting mit ein, und richte dich bei den Aufnahmen nach seinem Temperament und seiner Tagesform. Mach zB bevorzugt Action-Shots mit einem aktiven Hund, während du dich bei einem ruhigen Hund eher auf stimmungsvolle Portraits konzentrierst.

5. Verwende ein Teleobjektiv

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Mit einer Brennweite ab ca 85mm kannst du den Vierbeiner so richtig schön freistellen und seine Aktivitäten rund um dich herum mitverfolgen. Da Hunde meistens in Bewegung sind, arbeite ich bei Hundefotos am liebsten mit einem 70-200er-Objektiv.

6. Achte auf den Hintergrund

Hundefoto Weimaraner Blick - Tierfotograf München

Der Hintergrund kann ein Hundefoto maßgeblich beeinflussen. Ist er dunkel oder hell, unscharf oder scharf, schön strukturiert oder eher unaufgeräumt? Paßt er farblich zum Hund? Eine kleine Änderung des Blickwinkels hat hier oft eine große Wirkung.

7. Fotografiere ohne Blitz

Niemand von uns ist begeistert, wenn uns ein Fotoblitz direkt in die Augen strahlt. Unsere Hunde sind es auch nicht. Manche haben sogar richtig Angst vor dem künstlichen, extrem hellen Lichtblitz. Schalte also den Blitz an deiner Kamera, sofern vorhanden, aus.

8. ISO hoch, Blende runter

Um trotzdem eine gute Lichtausbeute zu haben, öffnest du die Blende möglichst weit und stellst die Sensorempfindlichkeit höher ein. Im Allgemeinen funktioniert je nach Wetterlage und geplantem Motiv ein Blendenwert von ca. 4 und ein ISO-Wert von 400-1600 gut.

9. Kurze Verschlußzeit

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Unsere Hunde können wirklich verdammt schnell sein. Wie schnell, das sieht man meistens erst, wenn das Bewegungsfoto wieder mal verwackelt ist. Um von Hunden in Bewegung scharfe Fotos zu machen, wähle daher eine Verschlußzeit von 1/1000 oder noch kürzer.

10. Nimm einen Assistenten mit

Im Idealfall ist eine zweite Person dabei, der der Hund vertraut und die den Hund an der richtigen Stelle plazieren kann. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, daß der Assistent den Hund an Ort und Stelle hält bzw. dirigiert und ich dann die Lenkung seines Blicks übernehmen kann. Denn der soll in die Kamera gehen :-)

11. Vermeide Ablenkung

Am leichtesten kannst du die Bildergebnisse kontrollieren, wenn der Hund sich ganz auf dich konzentrieren kann. Schwierig kann es zB auf einer Hundewiese werden, wo er vor lauter Hundefreunden, Frisbeescheiben, Gerüchen und Zurufen gar nicht mehr weiß, wo er zuerst hinschauen soll. Such dir also ein ruhiges, reizarmes Plätzchen für das Hundeshooting.

12. Nutze den Moment

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Meistens haben wir während eines Shootings eine bestimmte Vorstellung vom Endergebnis. Das weiß unser Hund aber natürlich nicht. Für ihn ist das Ganze einfach eine spaßige Aktion mit unbestimmtem Zweck und Ausgang. Für uns ist es zwar gut, beim Fotografieren einen Plan zu haben, aber trotzdem sollten wir immer wachsam bleiben und offen sein für das, was passiert. So ergeben sich manchmal unheimlich schöne, authentische Momente, die hinterher mehr wert sind als jeder geplante Shot. Hier im Bild zB wollte Julia eigentlich, daß ihr Seppi Platz macht. Seppi war aber mehr nach einer Rolle zumute, wobei er sein Frauchen voller Schalk in den Augen angelacht hat. Das Foto ist eines meiner Lieblingsbilder aus dem Jahr 2015… :-)

Bonus-Tip: Breche die Regeln!

Wie immer: Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden. Aber man sollte wissen, welche Regeln man bricht ;-)

Jetzt heißt es nur noch: Üben, üben, üben, denn Fotografieren lernt man in erster Linie durch Fotografieren…

Falls du mehr über die Hundefotografie lernen möchtest, dann schau doch mal bei den Workshop-Angeboten vorbei. Vielleicht sehen wir uns ja bald bei einem Hundeworkshop ;-)

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